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Noord-Hollandpad

Wie bei Huiberts’ Bloembollen in Nord-Holland biologische Blumen gezüchtet werden

Liebevoll streicht Johanna Huiberts über die Krokusnarzissen. Fein stehen die weißen Blumen auf dem Feld in Sint Maartensvlotbrug. Hier in Nord-Holland erstrahlen gerade die Felder in den knalligsten Farben, und natürlich ist es vor allem das nationale Heiligtum, die Tulpe, die fast jeden Schönheitspreis gewinnen würde. Nicht so bei Huiberts’ Bloembollen, hier ist das Aussehen nicht das wichtigste. „Vor 13 Jahren haben wir angefangen, biologische Blumen zu züchten“, erzählt Johanna Huiberts. „Unsere Blumen sind daher kleiner als die meisten anderen, die aus konventionellem Anbau kommen.“

Zwischen der Hafenstadt Den Helder ganz im Norden der Provinz und den Urlaubsorten an der Nordseeküste reiht sich in Nordholland ein Blumenfeld an das andere. Der Betrieb Huiberts’ Bloembollen hat in Sint Maartensvlotbrug etwa 60 Hektar Land, auf 35 davon werden Blumenzwiebeln angebaut. „Früher haben hier Johns Eltern und seine Schwestern auch Kühe gehalten, aber dann haben wir komplett auf Blumen und Pflanzen umgestellt“, führt Johanna Huiberts aus.


Huiberts narcissen

Gelbe Narzissen

Große Auswahl

85 verschiedene Sorten wachsen nun, von Tulpen und Narzissen über verschiedene Dahliensorten ist die Auswahl groß. Bereits 2015 gab es die goldene Rohrdommel, den Preis vergibt die Provinz Nord-Holland an den Betrieb, der sich am meisten um Innovation in der biologischen Vielfalt bemüht. Zu haben sind die mit dem Biozertifikat SKAL versehenen Blumen der Huiberts auf Großmärkten wie zum Beispiel in Lisse in Süd-Holland, aber auch in den Läden der niederländischen Biokette Ekoplaza sowie auf der deutschen Internetseite Natural Bulbs. Einen eigenen Webshop haben die Huiberts auch, in dem ihre Produkte online bestellt werden können – wenn nicht schon das meiste ausverkauft ist.

Im Juli ist Hauptsaison, dann helfen neben den fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auch jetzt bei Huiberts’ Bloembollen tätig sind, polnische Saisonkräfte auf den Feldern aus. „Blumenzwiebeln sind eine kostbare Sache“, betont Johanna Huiberts. „Wir müssen gut mit ihnen umgehen und sie pflegen.“

Die wichtigste Ressource ist ein gesunder Boden, auf dem die Blumenzwiebeln wachsen. In der Erde tun Würmer, Einzeller und Mikro-Organismen nützliche Arbeit. Während in der konventionellen Landwirtschaft die Erde regelmäßig umgepflügt wird, achten die Huiberts darauf, die Bodenschichten nicht durcheinander zu bringen. Als grüner Dünger werden Pflanzen und Getreidesorten verwendet, die die Fruchtbarkeit des Bodens verbessern. „Mit Kunstdünger wachsen die Blumen zu schnell“, findet Johanna Huiberts. Ihr passender Vergleich: „Das ist wie bei Mc Donald’s zu essen: Man wird satt und dick, es ist aber nicht gesund.“

Und dass mit ihrer Methode mehr Unkraut wächst, als wenn sie Pestizide spritzen würden, nehmen die Bio-Blumenbauern gerne in Kauf. „Bei den Dahlien zum Beispiel ist es gar kein Problem, wenn da das Unkraut sprießt“, macht Johanna Huiberts klar.


Huiberts hyacinten

Wilde Tulpen aus Kasachstan

Ihren Betrieb am Laufen zu halten, ist mehr als nur ein Beruf, es ist eine Lebensaufgabe. Mal krank werden dürfen die Huiberts eigentlich nicht, auch ein Urlaub ist selten drin. In drei Wochen allerdings reisen sie dennoch ins Ausland. Es geht freilich nicht ans Meer oder in die Berge, sondern nach: Kasachstan. „Wir fliegen mit einem kasachischen Studenten dorthin, der auf der Agrar-Hochschule in ’s-Hertogenbosch studiert hat und letztes Jahr im Sommer bei uns ein Praktikum gemacht hat“, berichtet Johanna Huiberts. In Almaty und Astana tauschen sich die Huiberts mit Gleichgesinnten aus – biologischen Blumenzüchtern, die wilde Tulpen anbauen. Mit frischen Ideen wird es dann zurück nach Nord-Holland gehen. Eins bleibt aber klar: Das Wettrennen um die perfekte Tulpe werden sie nicht aufnehmen.

Zusammen mit Reineke van Tol hat Johanna Huiberts außerdem ein Buch herausgegeben, in dem sie zeigt, wie man mit Blumen und essbaren Pflanzen lecker kochen kann. „Eet smakelijke Tulp – Heerlijke gerechten met eetbare biobollen en -bloemen“ ist allerdings nur auf Niederländisch erschienen.

Eet smakelijke tulp

Im Einklang mit Boden und Natur ist erschienen im April 2025 in der NRZ, verfasst von Heiko Buschmann

 

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